Altstimmen, Tenöre und Bässe sind uns jederzeit herzlich willkommen. 

----------------------------------------------------------------------------------------

Wenn Sie Freude an Alter Musik haben, freuen wir uns über Ihren Besuch einer unserer Proben, Donnerstags von 20 bis 22 Uhr im Musikraum der Gebrüder-Grimm-Schule, Alter Kirchhainer Weg, Marburg. Wenn Sie möchten, können Sie sich vorab mit Brigitte Krey unter der Telefonnummer 06421-81395 in Verbindung setzen.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Reformationskonzert

Datum: 31. Oktober 2017, um 19.00 Uhr in der Stadtkirche Bad Laasphe

Datum: 15. Juni 2017, um 19.00 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche zu Marburg

Dem Programm liegen Martin Luthers „Deutsche Messe“ von 1526 und die „Missa da Pacem“ des von Luther sehr verehrten Komponisten Josquin des Préz zu Grunde.

Die Umwandlung des römisch-katholischen Messgottesdienstes zur deutschen Gottesdienstordnung hat Jahrzehnte gedauert. Luther nahm die Änderungen eher vorsichtig vor. Text, Noten, Akzent und Klanggebärde sollten stimmig sein. Der Sangesmeister Conrad Rupff und der Komponist Johann Walter standen Luther mit fachlichem Rat zur Seite, bevor am 29. Oktober 1525 in Wittenberg in der Pfarrkirche die „Deutsche Messe“ gesungen wurde. Die Fertigstellung des Drucks erfolgte 1526.

Luther schreibt dazu in seinem Vorwort: „vor allen Dingen will ich gar freundlich gebeten haben, auch um Gottes Willen, alle diejenigen, so diese unsere Ordnung im Gottesdienst sehen oder nachfolgen, daß sie ja kein nötiges Gesetz daraus machen, noch Jemandes Gewissen damit verstricken oder fangen; sondern der christlichen Freiheit nach, die deutsche Messe ihres Gefallens gebrauchen! Und wenn ich’s vermöchte, und die griechische und hebräische wäre uns so gemein als die lateinische und hätten viel feiner Musica und Gesanges, als die lateinische hat, so sollte man einen Sonntag um den anderen in allen vier Sprachen, deutsch, lateinisch, griechisch und hebräisch Messe halten, singen und lesen.“

Bestimmend für das musikalische Geschehen im Gottesdienst waren noch sehr viele Jahrzehnte nach dem Erscheinen der „Deutschen Messe“ die Priester, die Scholaren und die Orgel. Die Gemeinde sang lediglich das Kyrieeleison. Daher rührt die Form des leisen Singens. Mehrstimmige figurale lateinische Musik wurde gesungen. Die geistigen Wurzeln der Musik lagen im katholisch-mittelalterlichen Denken.

Die Voraussetzung für das reformatorische Denken begründete Nikolaus Kopernikus. Nicht die Erde, sondern die Sonne steht im Mittelpunkt des Kosmos. Die Erde ist eine Kugel, über der sich kein Himmel wölbt und darunter ist keine Hölle.

Das Konstanzer Konzil (1414-1418) hatte den Reformbedarf nicht gedeckt. Zudem konnten durch den Buchdruck des Johannes Gutenberg von 1450 die reformatorischen Inhalte leichter Verbreitung finden und Ottavio Petrucci brachte in Venedig den Notendruck voran.

Im Herzogtum Burgund, das bis 1477 bestand, entwickelte sich die vokalmusikalische Kunst der „niederländischen“ Komponistengeneration. Einer ihrer größten Repräsentanten war Josquin des Préz. Die Messensammlung „Misse Josquin“ ist der erste Musikdruck, der einen Komponistennamen im Titel trägt. Luther bezeichnet Josquin als „der Noten Meister“. Durch deutsche und lateinische Motetten seiner Zeit wollte Luther das „heilige Evangelium in Schwung“ bringen.

Ganz im Sinne Luthers werden im Programm die deutschen Liedtexte in den verschiedenen Strophen von Kompositionen unterschiedlicher Komponisten seiner Zeit bereichert, vor allem mit Kompositionen von Johann Walter, Johann Kugelmann, Balthasar Resinarius und Lukas Osiander.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Flora e i Fidi Amanti

Datum: 26. Februar 2017, um 17.00 Uhr im Landgrafenschloß zu Marburg

Madrigale aus Torellis "I fidi amanti" und Banchieris "Vivezze di Flora e Primavera" haben wir zu einer Darstellung zusammengefügt, was um 1600 durchaus der praktischen Musikausübung entsprach. Der Verlauf der Madrigalkomödie wird durch Werke von G .G. Gastoldi, A. Scarlatti, C. Monteverdi, J. Peri, C. Festa, A.Gabrieli, G. Caccini und Frescobaldi in solistischer Besetzung bereichert.

Ausführende sind das Vokalemsemble Canticum Antiquum, Solisten des Canticum Antiquum und Yoshio Takayanagi, Theorbe. Ele Grau führt als Dottore Gratiano durch das Programm, die Leitung hat Brigitte Krey.


Wie immer wird das Karnevalskonzert in historisch nachempfundenen Kostümen stattfinden. Wir würden uns freuen, wenn unser Publikum durch Kostümierung das farbenfrohe Bild bereichern würde. In der Pause des Konzertes kann man sich an der Sektbar erfrischen.

"Flora e i fidi amanti" ist eine zusammengesetzte Madrigalkomödie aus der Renaissancezeit um 1600.

"I fidi amanti" ist das Werk des Komponisten Guasparri Torelli. Genaue Daten sind von ihm nicht bekannt. Seine Wirkungsorte waren vor allem Padua und Venedig. Er war nicht nur Musiker, sondern auch Dichter und als solcher Vorsteher (Il Confidato) der "Accademia degli Avveduti" in Padua. Die Textvorlage für "I fidi amanti" schrieb Ascanio Ordei. Sie basiert auf dem berühmtesten Hirtendrama dieser Zeit, der "Aminta" von Torquato Tasso und dem Hirtenspiel "Il pastor fido" von Giovanni Battista Guarini.

Die Madrigalkomödie erlebte im ausgehenden 16.Jahrhundert eine Blütezeit und bestand aus Madrigalszenen und Intermedien (Zwischenpielen). Die Sujets entnahm sie der "Commedia dell'arte." In „I fidi amanti“ kommen nur zwei Masken der „Commedia dell’arte“ vor: il Dottore Gratiano und il Signore Magnifico. Jede Maske der Commedia war auf einen bestimmten Dialekt der italienischen Sprache fixiert; sie waren sozusagen „Sprachmasken“. Il Dottore Gratiano und il Signore Magnifico sind in der Commedia zwei Herrenfiguren, die aber einen dümmlichen und lächerlichen Charakter haben.
 
Oratio Vecchi, ein Hauptvertreter dieser Gattung, schrieb dazu: „Die Madrigalkomödie sieht man mit dem Verstand an, wohin sie durch das Ohr gerät und nicht durch das Auge.“

Ebenso wie bei der "favola pastorale" werden in der Madrigalkomödie die Texte aller Personen vom Ensemble gesungen, anders als in der zur selben Zeit entstehenden Oper, in der die Personen auf einzelne Solisten verteilt dargestellt werden.

Adriano Banchieri wurde 1568 in Bologna geboren und starb dort 1634. Er trat sehr früh in den geistlichen Stand ein. 1613 wurde er Professor und 1620 zum Abt an Michele in Bosco ernannt. In Bologna gründete er 1615 die "Accademia d' floridi." Er selbst nannte sich Adriano di Bologna; er bekam von seinen Zeitgenossen den Beinamen "Il dissonante." Seine Werke sind der musikalischen Theorie, der praktischen Kompositionslehre und der Poesie gewidmet.

Banchieri war ein großer Bewunderer und Förderer Claudio Monteverdis, der 1620 die Accademia besuchte. In einer Motette Banchieris aus dem Jahr 1595 findet man in einer "Spartitura" erstmals Taktstriche und den Begriff des "Basso seguenti," einer ersten Spielart des späteren "Basso continuo" der Barockzeit. In seiner Madrigalkomödie "La pazzia senile" verwendete er als erster Komponist dynamische Bezeichnungen wie "forte" und "piano." Auch das Dirigieren mit dem Taktstock basiert auf seinen Ausführungen in "Cartella musicale."

"Vivezze di Flora e primavera" aus dem Jahr 1622 bezeichnet Banchieri als "Cantate recitate e concertate con cinque voci nello chittarone."
 
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Reformationsmesse

Datum: 15. Juni 2017 in der Lutherischen Pfarrkirche zu Marburg

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Da Pacem 

Josquin Des Prés - Missa da Pacem

Datum: 06. November 2016, 17.00 Uhr, Universitätskirche zu Marburg

Friedensmotetten in der Universitätskirche

Der Förderkreis für Alte Musik Marburg veranstaltet am Sonntag, den 6. November 2016 in der Universitätskirche in Marburg um 17 Uhr ein geistliches Konzert mit dem Titel „Da Pacem, Domine“.
Im Mittelpunkt des Konzertes steht die „Missa Da Pacem“, die Josquin des Prés als Alterswerk zugeschrieben wird. Der überlieferte gregorianische Choral „Da Pacem, Domine“ stellt die musikalische Grundlage des Werkes dar und wird als „Cantus firmus“ vor allem am Beginn der jeweiligen Messteile im Tenor eingesetzt.
Die gregorianische Weise „Da Pacem, Domine“ war ursprünglich allgemein verbreitet und wurde als Friedensbitte am Schluss des Messgottesdienstes gesungen. Von Martin Luther wurde der gregorianische Choral erweitert und umgestaltet in dem Lied „Verleih uns Frieden gnädiglich“.
Die Kunst der polyphonen Satztechnik, das Formgefühl der Renaissance und die Innigkeit des musikalischen Ausdrucks werden an mancher Stelle der Josquinschen Messe durch starke Dissonanzen auf dramatische Weise gesteigert.
Auch die die Josquinsche Messe umrahmenden Motetten verarbeiten die gregorianische Fürbitte „Da Pacem, Domine“ direkt, so wie das Werk des 1935 geborenen Komponisten Arvo Pärt, dessen Komposition sich wie ein Friedensgebet darstellt.
Das Werk von Dimitri Terzakis, geboren 1938, „An eine Utopie“ verarbeitet das Motto von Heraklit „Krieg, der Vater aller Dinge“ frei und ohne Text, wie eine seelenvolle Vokaletüde voll Seufzen, Klagen, Schreien und Resignation.
Von Mutter Theresa (1910-1997) ist der Text „Die Frucht des Schweigens“, der von Raquel Christóbal, geboren 1973, vertont wurde. Das Schweigen, der Glaube, die Liebe und das Dienen sind Friede.
Heinrich Schütz (1585-1672) und Enjott Schneider, geboren 1950, haben den Text von Martin Luther (1483-1546) vertont. Schneider benutzt den gregorianischen Choral in der ursprünglichen Gestalt und unterbricht ihn durch starke und flehende „Da Pacem, Domine“-Rufe.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Karnevalskonzert:

Karnevalskonzert:

"Dionysos mit Kumpaney"

Datum: 07. Februar 2016, 17.00 Uhr im Marburger Landgrafenschloß

Dionysos, als Sohn des Zeus und der Semele durfte als einziger Halbsterblicher in den Olymp aufsteigen. Bakchos ist sein lydischer Name.

Dionysos mit Ariadne als Paar symbolisieren den Menschen ein Leben voller Harmonie. Das Wilde und Unverbrauchte wurde als lebenserneuernder Quell gesehen, aus dem man sich an den Dionysien stärkte. Die dionysische Begeisterung gipfelte in der Ekstase und der Wein sorgte für eine rauschhafte Vereinigung mit der Natur. Mit dem Vegetationsgott Dionysos verband sich die Vorstellung von Tod und Auferstehung.

Die Künstler der Renaissance entdeckten den Dionysoskult neu und verarbeiteten ihn in der Dichtung, in den Kunstwerken und in der Musik. Keine der Zwölf olympischen Gottheiten wurde so häufig dargestellt wie Dionysos.

In der Renaissance zu Bacchus umbenannt, verleiht er den Menschen den Ausdruck eines neu gewonnenen Selbstbewußseins. Seine Kumpanay oder seine Trabanten stellen Mitstreiter im Steigern von Rausch und Ekstase, der „Befreiung der Seele aus der engen Haft des Leides“ dar. Zur dionysischen Verzückung gehörten vor allem Musik und Tanz.

Die Instrumentalmusik in unserem Konzert ist dem „Glogauer Liederbuch“ entnommen. Das niederschlesische Glogau, 1253 gegründet, war schon im 14. Jahrhundert ein Zentrum für Wissenschaft und Kunst. Das Glogauer Liederbuch aus der Zeit um 1470 stellte eine der umfangreichsten, spätmittelalterlichen Musikquellen dar und gehörte der Domkirche zu Glogau.

Es ist eine Sammlung für das gesellige Musizieren im bürgerlichen Kreis und enthält 294 geistliche und weltliche Werke aus den großen europäischen Musikzentren. Die dreistimmige Satzweise bildet die Norm, wobei der Cantus Firmus, die bestehende Melodie, sowohl im Tenor, wie auch im Diskant gesetzt wurde.

Das Tenorlied stellt eine spezifisch deutsche Kompositionsart dar, als Cantus Firmuslied oder Tenorlied mit instrumentaler Begleitung. Die Kompositionen werden von der Text- und Strophenform bestimmt. Die begleitenden Instrumente werden oft in imitierender Weise zum Tenor geführt.

Im Gegensatz dazu gibt es auch das mehrstimmige Tenor- oder Cantus Firmuslied, das in unserem Konzert als Madrigal, Canzonette, Chanson, Motette, Balletto oder Villanelle zu hören sein wird; je nach Komponist und Entstehungsland oder Ort. Der Sprachakzent ist in der madrigalischen Textausdeutung dem musikalischen Metrum untergeordnet.

Zu den Komponisten gehören u.a. Gastoldi, Demantius, Meiland, Lassus, Tomkins, Sermisy und Purcell.

------------------------------------


Das jüngste Gericht von Dietrich Buxtehude (1637 - 1707)

Datum: 01. November 2015, ab 17. 00 Uhr in der Marburger Universitätskirche

Vermutlich wurde Dietrich Buxtehude 1637 in Helsingborg in Schweden oder in Oldesloe geboren. In Helsingör, wo sein Vater eine Organistenstelle hatte, wuchs er auf und hatte in seinem Vater seinen ersten Lehrmeister. An der Marienkirche in Helsingborg wurde er Nachfolger seines Vaters und bis 1660 war er Organist an der Marienkirche in Helsingör.
1668 trat er die Nachfolge Franz Tunders als Organist und Werkmeister an St. Marien in Lübeck an. Im selben Jahr erhielt er dort das Bürgerrecht, die Voraussetzung, um Anna Margarete Tunder, die Tochter seines Vorgängers, heiraten zu können. Ebenso suchte er später selbst einen Nachfolger im Organistenamt, der seine Tochter heiraten würde, weshalb Musiker mit großen Namen wie Mattheson, Händel und Bach das begehrte Organistenamt in Lübeck ausschlugen.
Die Stellung des Marienorganisten war die eines „Director musicus“.
Seine Kompositionen beinhalten ein umfangreiches Orgelwerk, Motetten, Konzerte, 124 erhalten gebliebene Kantaten sowie unzählige Sonaten, reichhaltig in der Form und im musikalischen Ausdruck.
Seit 1646 fanden in St.Marien Abendmusiken statt. Es entstand seit 1678 in Lübeck ein öffentliches, weltlich-geistliches Konzertwesen. In den Abendmusiken stellte Buxtehude viele Werke norddeutscher Komponisten wie Weckmann, Reinken, Lübeck, Böhm und Pachelbel neben seinen eigenen Kompositionen vor.
Kompositionstechnisch wurde er unter anderem von der Kontrapunktlehre seines Freundes Andreas Werkmeister in dessen „Harmologia musica“ von 1702 angeregt.
Gustav Düben, dem befreundeten Stockholmer Organisten und Musiksammler, widmete er seine 7-teilige „Rhythmica Oratio“: „Membra Jesu Nostri“.

„Das Jüngste Gericht“ mit dem Untertitel „Wacht, euch zum Streit gefaßet macht“ wurde von Buxtehude 1683 als ein „allerschröckliches und allererfreuliches“ Werk beschrieben.
Im Stil steht es den Hamburger Opern Theiles nahe. Beeinflusst auch von italienischen Komponisten wie Carissimi und Durante erreicht Buxtehude in der Darstellung der allegorischen Figuren wie Geiz, Leichtfertigkeit und Hoffart große Ausdruckskraft. Die Untugenden werden nacheinander vorgeführt und die Verdammnis wird dramatisch dargestellt. Instrumentale kleine „Symphonien“ wechseln mit opernhaften Arien und sowohl dramatischen als auch beseelten Chorsätzen ab.
Am Sonntag, den 1. November 2015 wird das Werk um 17 Uhr in der Universitätskirche in Marburg aufgeführt.
Die Ausführenden sind Solisten aus dem Vokalensemble Canticum Antiquum, das Vokalensemble Canticum Antiquum, das Instrumentalensemble „La Tirata“, Sonja Kemnitzer am Cembalo sowie Yoshio Takayanagi an der Theorbe. Die Leitung hat Brigitte Krey.

-----------------------------------------

Hessisches Weihnachtsspiel

Datum: 13. Dezember 2014, 17.00 Uhr Evangelische Kirche in Lahntal-Sterzhausen

          14. Dezember 2014, 17.00 Uhr Evangelische Kirche in Biedenkopf-Eckelshausen

-----------------------------------------------------------------------------

Geistliches Konzert

Lamentationen

Datum: 02. November 2014, 17.00 Uhr, Universitätskirche zu Marburg

Die Bücher des Propheten Jeremia, in denen er die Vernichtung der Heiligen Stadt Jerusalem um 586 vor Christus betrauert, dienen wahlweise am Gründonnerstag, am Karfreitag und am Karsamstag in den „Matutinen“ als Textvorlage in der Liturgie.

Als Gebet gestaltet ist die „Oratio Jeremiae prophetae“ überliefert.

Schon im 11. Jahrhundert wurden Lamentationen z. B. in Neapel, Montserrat, Toledo und Braunschweig in verschiedenen „Lektionstönen“ gesungen.

In den biblischen Texten wurden im Spätmittelalter neue „Lamentationes“ geschaffen, die oft mit dem Refrain „Jerusalem“ abschlossen: „Jerusalem, Jerusalem, Jerusalem, convertere ad dominum deum tuum. (…, bekehre dich zu deinem Herre Gott)“.

Das einstimmige Singen der Lamentationen reichte bis in die Barockzeit.

Die ältesten mehrstimmigen Kompositionen  sind im „organalen Stil“ des Spätmittelalters überliefert.

Aus der Zeit der Renaissance gibt es ganze Sammlungen von „Lamentationes“ von Frührenaissancekomponisten wie Busnois und Ockeghem bis zu den Komponisten der Hochrenaissance wie Gabrieli und Palestrina.

In der Zeit des Barock entwickelte sich die Form der „Lecons de Ténèbres“ als Sologesangswerk mit Basso Continuo-Begleitung; virtuos und ausdrucksstark, indem auch die symbolischen Ziffern der biblischen Verse komponiert wurden.

Die musikalische Spannbreite reicht von den organalen Kompositionen der „Notre Dame-Schule“ des 12. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als ein reines A-cappella-Programm, ohne die Basso Continuo-Kompositionen des Barock und die orchesterbegleiteten Werke der Klassik.

Die beiden frühesten Kompositionen sind im 12. Jahrhundert in Paris, wahrscheinlich von Perotinus geschrieben, und am Rhein von Hildegard von Bingen (1098-1179), angelehnt an die überlieferte Gregorianik entstanden. In Cambrai schrieb Guillaume Dufay (ca. 1400-1474) ein Werk im Stil der „Ars Antiqua“.

Aus dem frühen 16. Jahrhundert folgen Werke im Stil der „Ars Nova“ von Constanzo Festa, Thomas Tallis, Caspar Othmayr und John Sheppard. Aus dem späten 16. Jahrhundert bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts erklingen Werke von Jakobus Vaet, G. Zarlino, G. , Asola, A. Utendal, C. Festa und Philipp de Monte.

Im Mittelpunkt des Konzertes steht ein Werk von Rudolf Mauersberger (1889-1971), der die mittelalterliche Tradition fortsetzt und aus den Klageliedern Jeremias „Wie liegt die Stadt so wüst“ am Karsamstag 1945 komponiert. Mauersberger war Schüler von Robert Teichmüller, Karl Straube, Stephan Krehl und Hans Sitt. Von 1930 an leitete er über 40 Jahre den Dresdner Kreuzchor.

Das Konzert schließt mit einem Gesang aus „Sechs geistliche Lieder“ (1881) von Hugo Wolf: „Komm Trost der Welt, du stille Nacht.“

-----------------------------------------------------------------------------

Karnevalskonzert:

Bukolische Lustbarkeiten

Vivezze di flora e primavera von Adriano Banchieri (1622)

Datum: 02. März 2014, 17.00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Landgrafenschlosses zu Marburg 

In diesem Jahr legt das Vokalensemble Canticum Antiquum seinem Programm ein Werk des Renaissancekomponisten Adriano Banchieri "Vivezze di Flore e Primavera" zugrunde, das für das Konzert als Hirtenmadrigalkomödie bearbeitet wurde.

Die Handlung dieses Werkes spielt in einer flüchtigen Scheinwelt außerhalb der Wirklichkeit liegend mit stilisierten Gestalten. Die musikalische Form in Banchieris Werk greift in gewisser Weise auf die Wechselgesänge in den Eklogen (Bucolica) Vergils zurück.

Entgegengesetzte Temperamente, die Liebespaare Tirsi-Filli und Silvio-Chlori werden durch den Dichterhirten Mopsus in ihrer Liebesleidenschaft inspiriert.

Eros ist ihr Führer. Die Amoretten der Antike und der Renaissancedichtung stellen sich in kommentierender Betrachtung dar.

------------------------------------------------------------------------------

Geistliches Konzert

Alessandro Scarlatti (1660-1725): Missa Concertata Quattro Tono

                                                  Magnificat Primo Tono

Datum: 17. November 2013, 20.00 Uhr

Ort: Kugelkirche zu Marburg

Im Jahr seines 30jährigen Bestehens wird das Vokalensemble Canticum Antiquum ein geistliches Konzert mit Werken von Alessandro Scarlatti aufführen. Auf dem Programm stehen die Missa Concertata Quattro Tono und das Magnificat Primo Tono für Soli, Chor und Basso Continuo. Alessandro Scarlatti lebte von 1660 bis 1725 und schrieb nach eigenen Angaben 114 Opern. Während der Zeit von 1703 bis 1707 Maestro di Capella an Santa Maria Maggiore in Rom komponierte er vor allem Oratorien, Messen und Kantaten. Die "Missa Breve e concertata" zu fünf Stimmen und Basso Continuo soll um 1715 entstanden sein.
Die Bruderschaft vom Heiligen Kreuz in Rom beauftragte Scarlatti 1679 mit der Komposition eines Oratoriums. Seit der Aufführung dieses Werkes galt er als einer der bedeutendsten Komponisten des Barockzeitalters in Italien, der kunstvoll mit der musikalischen Wortgestaltung umging.
------------------------------------------------------------------------------

Le Veglie di Siena - Die Nachtwachen von Siena

Karnevalskonzert 2013 - 30 Jahre Canticum Antiquum

Datum: 10. Februar 2013, 17.00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Landgrafenschlosses zu Marburg

Le veglie di Siena - Die Nachtwachen von Siena von Orazio Vecchi stellen eine musikalische Abendunterhaltung dar. Aus der sehr umfangreichen Komposition, welche in der Gesamtheit aufgeführt tatsächlich fast eine Nacht dauern würde, wurden einige Szenen zu einer Madrigalkomödie zusammengestellt. Erweitert werden diese von Vecchi “Proposte“ genannten musikalischen Zusammen- stellungen - Madrigale, Kanzonetten, Scherzi, Villanesken und Balli - durch solistische Werke von Claudio Monteverdi. 

Die strengere Madrigalpolyphonie wurde im 16. Jahrhundert durch die Kanzonette, die von ihrer Form her am wenigsten zum volkstümlichen Liedgut in Beziehung stand, etwas verdrängt und gab die beste Vorlage für die Kompositionen der Madrigalkomödie des ausgehenden 16. Jahrhunderts ab. 

In seinem Vorwort zu den Veglie erläutert Vecchi seine kompositorischen Intentionen: durch Komik zu erheitern, dem ernsten Stil Zwanglosigkeit zu geben und durch Possen und Tanz zu bereichern. Für Vecchi istdie Poesie Musik und die Musik Poesie. 

Das Komponieren der Affeti delle parole, der Sprachaffekte, die den ernsten Madrigalstil charakterisieren, verbindet Vecchi mit dem heterogenen Madrigalstil der Mundartdichtungen, wie er sie von dem Bologneser Dichter G.C. Croce kennengelernt hat. So entsteht ein Ausgleich zwischen dem strengeren kontrapunktischen Madrigalstil und dem italienischen Falso bordone- Stil, der die Bassstimme zu Grunde legt, die schon vor Ende des 16. Jahrhunderts mit einem Akkordinstrument, z. B. einer Lirone, verstärkt wurde, noch ehe sich um das 16. Jahrhundert der bezifferte Basso Continuo zur Begleitung etablierte.

Ganz anders als in der zur selben Zeit entstehenden Oper geschieht die Personifizierung der handelnden Personen bei Vecchi im Madrigal und nicht im Basso Continuo- begleiteten Rezitativ oder der Arie.

------------------------------------------------------------------------------

Geistliches Konzert

"Musik zur Zeit der Reformation"

Datum: 04. November 2012 um 20.00 Uhr

Ort: Kugelkirche zu Marburg

Presseinformation:

Musik zur Zeit der Reformation

Das Vokalensemble Canticum Antiquum des Förderkreises für Alte Musik führt am Sonntag, den 4. 11. 2012 um 20 Uhr in der Kugelkirche St. Johannes Musik aus der Zeit der Reformation auf.
Das Programm beinhaltet vorwiegend Werke aus der Bibliothek Francisceum in Zerbst und der wissenschaftlichen Bibliothek in Dessau. Die Drucke konnten vor Ort eingesehen werden und wurden von der Marburger Doktorandin Dorothea Philipps als praktische Notenvorlage bearbeitet.
Der erste Teil des Konzertes ist dem Komponisten Gallus Dressler (geb. 1533 in Nebra an der Unstrut – gest. ca. 1585 in Zerbst) gewidmet. Er komponierte in der Tradition der niederländischen Schule. Im Jahr 1556 wurde er als Kantor Nachfolger des berühmten Komponisten Martin Agricola an der Magdeburger Lateinschule. Später wirkte er als Diakon an der Nikolaikirche in Zerbst.

Den mittleren Teil des Konzertes bilden Werke des franko-flämischen Komponisten Thomas Crecquillon (1500-1557). Er zählte zur Kapelle Karls des Fünften. Seine umfangreichen Werke beinhalten Chansons, Messen, Motetten, Psalmen und Lamentationen. In seiner Parodiemesse Mort m´a privé benutzt er den systematisch imitierenden Stil der späten niederländischen Schule. Seine Vorlage zu der Messe bilden zwei seiner Chansons. Die Messe ist ein Auftragswerk Karls des Fünften anlässlich der Beisetzung seiner Gemahlin.

Im letzten Teil werden Hohelied-Motetten von Christoph Demantius (geb. 1567 im böhmischen Reichenberg, gest. 1643 im sächsischen Freiberg) aufgeführt, von dem der Chor bereits eine berühmte 6-stimmige Passion gesungen hat.
1595 erschienen in Leipzig seine „neudeutschen weltlichen Lieder“. 1597 wurde er Kantor in Zittau und 1604 nach Freiberg berufen. Er verfasste u.a. eine Anleitung “recht und leicht“ singen zu lernen. Demantius schrieb vielfältige geistliche und weltliche Vokalmusik, deren volksliedhafte Texte er auch selbst verfasste. In seinen Liedern war er bestrebt, wie z.B. auch Schütz in seinen Motetten, den Text ausdeutend zu komponieren.

------------------------------------------------------------------------------

Chorfahrt nach Dessau

"Musik zur Zeit der Reformation in Anhalt"

Datum: 15. - 20. Oktober 2012

Orte:  Dienstag, den 16. 10. 2012 Kirche St. Bartholomäi zu Zerbst

          Donnerstag, den 18. 10. 2012 Kirche St. Aegidien zu Bernburg

          Freitag, den 19. 10. 2012 Kirche St. Georg zu Dessau

          Die Konzerte finden jeweils ab 19.30 Uhr statt!

Canticum Antiquum unternimmt Konzertreise nach Anhalt

Das Vokalensemble Canticum Antiquum des Förderkreises für Alte Musik wird vom 15. bis 20 Oktober eine Konzertreise nach Zerbst, Nienburg und Dessau unternehmen.
Zum Anlass des 800-jährigen Bestehens der Region Anhalt (1212-2012) wird das Ensemble vor allem Werke aus der Bibliothek Franciscum Zerbst sowie der Wissenschaftlichen Bibliothek Dessau präsentieren. Die anhaltinische Landeskirche hat die Marburger mit diesem ganz besonderen Programm dazu eingeladen. Begleitet wird der Chor von dem Instrumentalensemble Broken Consort Dessau.
Das ostsaalische Gebiet um Dessau wurde im 10. Jahrhundert christianisiert. Unter Fürst Georg III wurde ganz Anhalt 1534 protestantisch. Neben den innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Philippisten und Calvinisten gab es immer wieder Strömungen der Gegenreformation, die selbstverständlich auch die Kirchenmusik beeinflussten.
Die Komponisten Lukas Edenberger und Antonius Musa wirkten dort musikalisch maßgeblich. Mit dem Einfluss des Calvinismus stagnierte die Entwicklung der Kirchenmusik in Anhalt.

Das Canticum Antiquum wird unter der Leitung von Brigitte Krey auch in Marburg am 4. November um 20 Uhr in der Kugelkirche einen Teil dieses Programms aufführen. Es werden Werke von Gallus Dressler und Thomas Crecquillon (Parodiemesse Mort m'a privé) im Mittelpunkt des geistlichen Konzertes stehen. Zum Abschluss werden dann die bezaubernden Hohelied-Motetten von Christoph Demantius gesungen, von dem der Chor bereits in den 80er Jahren die berühmte 6-stimmige Passion gestaltet hat.

Presseinformation:

Das Vokalensemble Canticum Antiquum des Förderreises für Alte Musik aus Marburg und das Broken Consort Dessau werden anlässlich der Feierlichkeiten 800 Jahre Anhalt 1212 – 2012 gemeinsam drei Konzerte gestalten. Am Dienstag, 16.10.12 in Zerbst, in der Kirche St. Bartholomäi am Donnerstag, 18.10.12 in Bernburg, in der Kirche St. Aegidien und am Freitag, 19.10.12 Dessau in der Kirche St. Georg.

Das Programm beinhaltet vorwiegend Werke aus der Bibliothek Francisceum in Zerbst und der wissenschaftlichen Bibliothek in Dessau. Die Drucke aus dem 16. Jh konnten im Internet eingesehen werden und wurden von der Marburger Doktorandin Dorothea Philipps als praktische Notenvorlage bearbeitet.

Der erste Teil des Konzertes ist dem Komponisten Gallus Dressler gewidmet. Er wurde 1533 in Nebra an der Unstrut geboren und starb in Zerbst zwischen 1580 und 1589. Die Tradition der niederländischen Schule war seine kompositorische Heimat. In Jena hat er 1557 sein Studium begonnen. Im Jahr 1556 wurde er als Kantornachfolger des berühmten Komponisten Martin Agricola an der bedeutenden Magdeburger Lateinschule. Dort unterrichtete er Musica Theorica, Musica Practica und Musika Poetica. Seine Vorbilder in der musikalischen Ausdeutung des Textes waren vor allem Orlando di Lasso und Clemens von Papa. Wobei in seinem Werk die cantus firmuslose Motette im Vordergrund stand, wie sie in der Musika reservata zu finden ist. Seine musikalischen Werke wurden vom christlichen, reformatorischen und humanistischen Gedankengut beeinflusst. Wegen theologischer Machtkämpfe verließ er Magdeburg und nahm das Amt des Diakons an der Nikolaikirche in Zerbst an. Nach 1571 brach sein musikalisches Schaffen ab.

Den mittleren Teil des Konzertes bilden Werke des franko flämischen Komponisten Thomas Crequillon. Um das Jahr 1500 wurde er geboren und starb um 1557. Er zählte zur Kapelle Karl des Fünften und arbeitete in Löwen, Namur und Termonde und wurde Kanonikus in Béthune. Seine umfangreichen Werke beinhalten Chansons, Messen, Motetten, Psalmen und Lamentationen. Er zählt zu den bedeutesten Meistern nach Josqin Desprez. Von seinen Zeitgenossen hochgeschätzt, wurde er in vielen zeitgenössischen Drucken veröffentlicht. Seine Chansan Un Gay Dergier war eines der berühmtesten des Jahrhunderts und wurde vielfach von anderen Komponisten bearbeitet. In seiner Parodiemesse Mort m´a privé benutzt er den systematisch imitierenden Stil der späten niederländischen Schule. Seine Vorlage zu der Messe bilden zwei seiner Chansons. Die Messe ist ein Auftragswerk Karl des Fünften anlässlich der Beisetzung seiner Gemahlin.

Die Lebensdaten von Hieronymus Vinders, der in der ersten Hälfte des 16. Jh. lebte sind nicht bekannt. Sein Josquin Epitaph O mors inevitabilis führte zu der Annahme, dass er Schüler Josquins gewesen sein könnte. Vinders Werk umfasst Messen, Psalmen und Magnifikatskompositionen.

Auch Franciscus de Rivulos Lebensdaten sind unbekannt. Er stammte wie die übrigen Sänger der Danziger Marienkirche, aus den Niederlanden. Zunächst als Sänger berufen wurde er später bis zum Jahr 1566 Kappellmeister. In seinen Choralkompositionen war er dem Wittenberger Komponistenkreis um Martin Luther verbunden. Seine Festmotetten wie das Sic Deus dilexit zeugen von hohem kompositorischem Können.

Dominique Phinot lebte ungefähr von 1510 bis 1556. Bis gegen 1545 war er in Ferrara, Mailand und Venedig; später in Pesaro. 1547/48 hielt er sich in Lyon auf. Phinot schrieb noch vor Adrian Willaert doppelchörige Motetten, die einen starken Einfluss auf seine Zeitgenossen ausübte und als Vorbilder für die mehrchörigen Kompositionen von Orlando di Lasso und Giovanni Pierluigi da Palestrina dienten.

Das Vokalensemble Canticum Antiquum wurde 1983 von Brigitte Krey mit einigen ihrer Gesangsschüler gegründet. Heute besteht der auf Alte Musik spezialisierte Chor aus etwa 30 Sängerinnen und Sängern. Sein Repertoire umfasst neben Werken der Renaissance, des Mittelalters und des Frühbarock auch Kompositionen der Moderne. Neben seinen regelmäßigen Konzerttätigkeiten in Marburg beteiligte sich der Chor am Mittelhessischen Kultursommer und am Festival für Alte Musik in Thüringen. Konzertreisen führten ihn unter anderem nach Poitiers und Krakau.

 -------------------------------------------------------------------------------


Nacht der Chöre

Datum: 05. Mai 2012

Ort: Elisabethkirche zu Marburg

Cantigas de Santa Maria (13. JH)

1. Sovrana si' ne' sembianti

2. Personarum trinitatem

3. Hildegard von Bingen: O eterna Deus

--------------------------------------------------------------------------------

"Ritter, Tod und Teufel"

Karnevalskonzert 2012

Datum: 19.02.2012 um 17.00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

Angeregt wurde das Karnevalsprogramm durch das Bild „Ritter, Tod und Teufel“ von Albrecht Dürer.
Als musikalisches Spiel, „beffa“, Streich, gestalten wir das Thema im Sinne eines „Maskenspiels“ oder „Intermezzos“ des Mittelalters und der Renaissance. Der Teufel spielt den „beffatore“, indem er mit seinen „beffe“, den Streichen, alles im Griff hat. Und er hat Mitspieler, den Ritter und den Tod. Die „beffe“ wurden als „Kunstaktionen“ präsentiert und dienten vor allem der spielerischen Karnevalsunterhaltung.
Der Karneval des Mittelalters und der Renaissance galt der Idee der Umkehrung der Wirklichkeit und wurde veranstaltet, um die gesellschaftlichen und religiösen Ordnungen auf den Kopf zu stellen und sie vor allem lächerlich zu machen. Und zum Lachen, das unbedingt hervorgerufen werden sollte, braucht man ja drei Personifizierungen: eine, die das Lachen auslöst, eine, die lacht und eine, über die gelacht wird.
Die Art der Fastnachtsspiele im deutschen Sprachraum hing mit dem Aufblühen der Städte zusammen. Das Bürgertum war ebenso darstellend wie zuschauend an den Fastnachtsspielen beteiligt, tonangebend waren die Zünfte.
Untermalt und bereichert wurden diese Spiele mit Gesang, Tanz und instrumentalem Spiel. Meistersinger und Stadtpfeifer sorgten für die Aufführung der Vokal- und Instrumentalmusik im Mittelalter. In der Renaissance wurde der Musik eine führende Rolle gegeben. Bei Umzügen spielten die Musikanten auf besonderen Wagen, den „carri“.
Wir haben für unser Konzert Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance von Komponisten aus Spanien, Italien, Deutschland, England und Frankreich zusammengestellt: Todes- und Liebeslieder der Troubadours, Schlachten- und Narrengesänge und Teufelsmadrigale.
Komponisten wie Jeannot de L'Escurel, der Nonnen verführte und dafür gehängt wurde, oder Don Carlos Gesualdo, der Frau und Liebhaber ermordete, haben bestimmt ein bisschen mit dem Teufel im Bunde gestanden.
--------------------------------------------------------------------------------


'Ein hessisches Weihnachtsspiel'
Geistliches Konzert zum Advent


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 27.11.2011 um 17.00 Uhr

Ort: Lutherische Pfarrkirche St. Marien, Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

In diesem Jahr bringt das Vokalensemble Canticum Antiquum erstmals ein spätmittelalterliches Weihnachtsspiel zu Gehör, das sich in der Bibliothek Kassel im Druck erhalten hat. Darin finden sich neben den mittelhochdeutschen Texten, die die Geschichte der Weihnacht erzählen auch Hinweise auf musikalische Gestaltung. Angelehnt daran werden neben den Dialogen Lieder und Motetten des Mittelalters und der Renaissance erklingen.


--------------------------------------------------------------------------------


Apollo und die Musen
Karnevalskonzert 2011


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 06.03.2011 um 17:00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Das bunte Konzert mit Musik der Renaissance dreht sich 2011 um den Halbgott Apollo und die Musen. In lockerer Folge werden musikalisch Szenen aus der griechischen Mythologie, die so beliebt war, wieder aufl





--------------------------------------------------------------------------------


'Altri canti' aus Poitiers zu Besuch in Marburg
Karnevalskonzert 2011


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 27.04. und 29.04.2011

Ort: Stiftskirche Wetter und Marburger Landgrafenschloß

--------------------------------------------------------------------------------

Auf Einladung des Marburger Vokalensembles Canticum Antiquum ist das Vokalensemble Altri Canti aus Poitiers im April aufs Neue in seiner deutschen Partnerstadt zu Gast, diesmal als Vorspiel zu den Feierlichkeiten des 50-jährigen Partnerschaftsjubiläums der beiden Städte. Im Herbst 2008 hat das französische Ensemble im Marburger Schloss sein Programm „Der Jahreskreis“ gesungen, dieses Jahr stellt es sein neues Programm „Kontraste“ vor.




Kontraste schon zwischen dem ersten Teil mit geistlicher Musik des 20. und dem zweiten Teil mit weltlicher Musik des 19. Jahrhunderts. Weitere Kontraste bestehen dann besonders im ersten Teil zwischen Konsonanzen und Dissonanzen, zwischen weichem Pianissimo und mächtigem Fortissimo, zwischen fluktuierender und markierter Rhythmik, Kontraste im zweiten Teil vor allem zwischen Fröhlichkeit und Melancholie der Romantik. Verschiedene Aufstellungen und auch eine Prise Humor geben dem Konzert zusätzliche Würze.
Unter der Leitung von Dorothée Schmidt-Maillard singt Altri Canti am Mittwoch, den 27.4.2011 um 19.30 Uhr in der Stiftskirche in Wetter „Geistliche Chormusik aus Nord, Ost und West“ unter dem Titel „Nuancen des 20. Jahrhunderts“.
Am Freitag, den 29. 4. 2011, ebenfalls um 19.30 Uhr, ist das französische Ensemble mit dem kompletten Programm „Kontraste“ (geistliche und weltliche Chormusik aus Romantik und Moderne) im Fürstensaal des Marburger Schlosses zu erleben. Mathilde Compin wird hier am Klavier zu hören sein.

Konzert in der Stiftskirche Wetter am 27.04.2011 um 19.30 Uhr
Konzert im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses am 29.04.2011 um 19.30 Uhr.


--------------------------------------------------------------------------------


Apollo und die Musen
Karnevalskonzert 2011


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 06.03.2011 um 17:00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Das bunte Konzert mit Musik der Renaissance dreht sich 2011 um den Halbgott Apollo und die Musen. In lockerer Folge werden musikalisch Szenen aus der griechischen Mythologie, die so beliebt war, wieder aufleben. Dabei erklingen Werke von Monteverdi, Gabrieli, Di Lasso u.a. Begleitet wird das Vokalensemble von Basso continuo mit Cembalo und Gambe.

Das Konzert wird wie im letzten Jahr bereits um 17:00 Uhr stattfinden.


--------------------------------------------------------------------------------


Geistliches Konzert "Miserere Deus meus"
Trauer und Zuversicht in der Renaissance


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 14.11.2010 um 17:00 Uhr

Ort: Universitätskirche Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Eingerahmt von zwei Werken des zeitgenössischen Hallenser Komponisten Thomas Buchholz steht im Mittelpunkt des Programms die Missa Stabat Mater von Hieronymus Vinders. Daneben erklingen große Psalmvertonungen von Josquin des Prez sowie mittelalterliche Gesänge von Hildegard von Bingen und aus den Cantigas de Santa Maria von Alfonso X. el Sabio.




--------------------------------------------------------------------------------


Nacht der Stimmen
Frühlingsmadrigale aus Italien, England, Frankreich und Deutschland


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 13.05.2010 um 18:00 Uhr

Ort: Schloßparkbühne Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum wird in diesem Jahr die traditionell von der Kulturwerkstatt KFZ veranstaltete "Nacht der Stimmen" mit einem 45-minütigen Programm mit Frühlingsmadrigalen aus Italien, England, Frankreich und Deutschland eröffnen. Informationen und Preise unter www.kfz-marburg.de


--------------------------------------------------------------------------------


Cupid & Death
Masque von Matthew Locke & Christopher Gibbons


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 14.02.2010 um 17:00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Der Vorläufer der Oper im England des 17. Jahrhunderts war die 'Masque' - Schauspiel aus Musik und Theater. Wir lassen die Handlung um Cupid & Death, deren Pfeile vertauscht werden, woraus ein großes Durcheinander entsteht, wiederaufleben. Dazu erklingen englische Madrigale und Instrumentalmusiken.

Das Konzert wird erstmals bereits um 17:00 Uhr stattfinden. Bitte beachten Sie die geänderte Anfangszeit!


--------------------------------------------------------------------------------


Totentanz
Geistliche Musik von Lechner - Victoria - Distler


--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 15.11.2009 um 20:00 Uhr

Ort: Lutherische Pfarrkirche St. Marien, Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum bringt mit einem Programm von der Renaissance bis zu Moderne Musik zum Thema Tod und Vergänglichkeit. Lechners "Deutsche Sprüche von Leben und Tod" dienten Hugo Distler Ende der 30er Jahre als Vorlage für seine Vertonung des Totentanzes analog der berühmten Holzschnitte von Hans Holbein. Dazu erklingt eine doppelchörige Meßvertonung des Spaniers Victoria.


--------------------------------------------------------------------------------

Adriano Banchieri
Il Zabaione Musicale - Madrigalkomödie in drei Akten

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 22.02.2009 um 19:00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum bringt mit Banchieris 'Zabaione Musicale' eine prächtig inszenierte Madrigalkomödie zur Aufführung, in der es um Liebe und Leid, um Lust und Lüsternheit, aber auch um Trauer und Verlust geht. Garniert mit Instrumentalmusiken und Werken von Monteverdi, Freascobaldi, Peri, Schein und anderen freuen wir uns auf einen unterhaltsamen Abend.

Bitte beachten Sie den Konzertbeginn um 19:00 Uhr.


--------------------------------------------------------------------------------

Geistliches Konzert
Schütz & Di Lasso

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 16.11.2008 um 20:00 Uhr

Ort: Kugelkirche St. Johannes, Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum bringt sein diesjähriges geistliches Konzert mit Werken der Renaissance und des Barock zu Gehör. Im Mittelpunkt steht dabei die Parodiemesse auf das Madrigal 'Mon coeur se recommande a vous' von Orlando di Lasso, nachträglich Johannes Eccard zugeschrieben. Daneben erklingen einige kleine geistliche Konzerte von Heinrich Schütz und Motetten von Peter Philips und Johann Ludwig Bach.


--------------------------------------------------------------------------------

Eine Fürstenhochzeit
Jubiläumskonzert am Karnevalssonntag zum 25-jährigen Bestehen des Canticum Antiquum

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 03.02.2008, 19.00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum feiert im Jahr 2008 sein 25-jähriges Bestehen mit einer Fürstenhochzeit der Renaissance. Neben der gewohnt prächtigen Inszenierung und herrschaftlicher Kostümierung werden im Fürstensaal Werke aus Renaissance und Frühbarock in wechselnden Besetzungen und Instrumentierungen zu hören sein.

Das Konzert beginnt bereits um 19.00 Uhr. Danach wird zu einem Empfang im Foyer des Fürstensaals geladen.


--------------------------------------------------------------------------------

Letare Germania
Das mittelalterliche Offizium und Uraufführung der Komposition von Prof. Thomas Buchholz, Halle

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 28.10.2007, 20.00 Uhr

Ort: Elisabethkirche, Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum schließt das Elisabethjahr mit einem Konzert in der Elisabethkirche ab, in dem ein spannungsvoller Bogen durch die Jahrhunderte geschlagen wird. Ausgehend von Musik, die dem mittelalterlichen, zur Erhebung der Gebeine 1236 in Marburg gesungenen, Offizium 'Letare Germania' entnommen ist, erklingt zudem Renaissance-Musik, deren Texte ebenfalls dem Offizium entstammen. Motetten von Gombert, Goudimel, Resinarius, Finck und werden zu hören sein.

Den Höhepunkt bildet die Uraufführung des 2006 eigens für 'Canticum Antiquum' komponierten Zyklus 'Letare Germania' von Thomas Buchholz, Halle/Saale.


--------------------------------------------------------------------------------

Am Karnevalssonntag
Lebensbilder der Heiligen Elisabeth

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 18.02.2007

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------

Das Vokalensemble Canticum Antiquum zeichnet in seinem Konzert musikalische Bilder zu Stationen aus dem lebend der heiligen Elisabeth nach. Es erklingt Musik vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Das Konzert bildet den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen mit Beteiligung des Ensembles. Dazu gehören unter anderem die musikalische Gestaltung der Eröffnung der Ausstellung „Elisabeth in Marburg. Der Dienst am Kranken“ am 23.03.200 im Landgrafenschloß. Ferner Termine in Wetter/Hessen, Eisenach und als Abschluß am 28.10.2007 in der Elisabethkirche. Zu hören sein wird dann das Officium "Laetare Germania" und die Uraufführung eines eigens für den Anlaß komponierten Werkes von Prof. Thomas Buchholz, Halle/Saale. Informationen zum Festjahr finden Sie hier und unter www.800-jahre-elisabeth.de

--------------------------------------------------------------------------------

Konzertreise nach Poitiers
Geistliches und weltliches Programm im Gepäck

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: 25.10.-29.10.2006

Ort: Poitiers, Frankreich

--------------------------------------------------------------------------------

Vom 25.-29. Oktober findet unsere Konzertreise nach Poitier statt. In der Marburger Partnerstadt finden je ein geistliches und ein weltliches Konzert statt. Auch für diese anstehenden Programme suchen wir Männerstimmen.

Aufgrund der Reise muss das traditionelle geistliche Konzert zum Totensonntag in Marburg ausfallen.

Im Jahr 2007, dem 800. Geburtstag der Hl. Elisabeth reihen wir uns in die große Anzahl Veranstaltungen mit unserem üblichen Karnevalskonzert und mehreren Aufführungen unterschiedlicher Genres ein. Informationen zum Festjahr finden Sie hier und unter www.800-jahre-elisabeth.de

--------------------------------------------------------------------------------


'Heinrich VIII. und seine Frauen'
In der Musik der englischen und europäischen Renaissance

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: Sonntag, 26. Februar 2006
20.00 Uhr

Ort: Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses

--------------------------------------------------------------------------------



Aus unterschiedlichen europäischen Ländern kamen die Frauen Heinrichs und brachten ihrerseits auch musikalischen Einflüsse mit an den englischen Hof. Das Programm bringt so Renaissancemusik aus ganz Europa zu Gehör, instrumental begleitet von der Camerata Cassel und dem Renaissancetanz-Ensemble 'Arbeau'.

--------------------------------------------------------------------------------



'Geistliches Konzert'
zum Totensonntag

--------------------------------------------------------------------------------
Datum: Sonntag, 13. November 2005
20.00 Uhr

Ort: Kugelkirche, Marburg

--------------------------------------------------------------------------------

Das Programm umfaßt Werke vom Mittelalter bis zur Moderne, u.a. von Jacobus Gallus, Josquin des Pres, Giaches de Wert und Clemens non Papa.
--------------------------------------------------------------------------------



Frühlingsmadrigale und Liebeslieder aus der Zeit um 1500

Datum: 17. Mai 2015, ab 17.00 Uhr auf dem Stadtfest in Wetter, Außenbereich Stiftskirche

                                 ab 18.00 Uhr in der Stiftskirche